Digital Signage Glossar

Fachbegriffe rund um Displays, Software, Content und Systembetrieb verständlich erklärt

Was ist ein Digital-Signage-CMS? Worin unterscheiden sich eine LED-Wall und eine Videowall? Und welche Bedeutung haben Begriffe wie Pixel Pitch, Proof of Play oder Remote Device Management?

Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um professionelle Digital-Signage-Lösungen. Es richtet sich insbesondere an Systemintegratoren, Reseller, IT-Verantwortliche und Unternehmen, die Display-Netzwerke planen, realisieren oder betreiben.

Kurz erklärt: Digital Signage bezeichnet die zentral gesteuerte Darstellung digitaler Inhalte auf einem oder mehreren professionellen Displays. Eine vollständige Lösung besteht typischerweise aus Displays, Media Playern oder integrierten SoC-Systemen, einer Content-Management-Software, Netzwerkkomponenten und den auszuspielenden Inhalten.

Digital-Signage-Begriffe von A bis Z

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4

4K und UHD

UHD bezeichnet bei professionellen Displays üblicherweise eine Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dafür häufig auch der Begriff 4K verwendet, obwohl der professionelle Kinostandard eine andere horizontale Auflösung nutzt.

Eine hohe Auflösung ermöglicht detaillierte Inhalte, ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einer besseren Bildwirkung. Entscheidend sind auch Displaygrösse, Betrachtungsabstand, Content-Qualität, Helligkeit und Kontrast.

A

API

Eine API, kurz für Application Programming Interface, ist eine Programmierschnittstelle, über die unterschiedliche Softwaresysteme automatisiert Daten und Befehle austauschen können.

Eine Über eine API kann ein Digital-Signage-CMS beispielsweise Produktdaten, Preise, Wetterinformationen, Raumbelegungen oder Statusmeldungen aus anderen Systemen übernehmen. Bei der Planung sind neben der Funktionalität auch Authentifizierung, Zugriffsrechte, Dokumentation und langfristige Verfügbarkeit der Schnittstelle wichtig.

Aspect Ratio

Das Aspect Ratio oder Seitenverhältnis beschreibt das Verhältnis zwischen Breite und Höhe einer Anzeigefläche. Typische Formate sind 16:9 im Querformat und 9:16 im Hochformat.

Das Seitenverhältnis ist nicht mit der Auflösung gleichzusetzen. Werden Inhalte für das falsche Format produziert, können schwarze Balken, Verzerrungen oder abgeschnittene Bildbereiche entstehen.

Audience Analytics

Audience Analytics umfasst Verfahren zur Messung und Auswertung von Reichweite, Aufenthaltsdauer, Interaktionen oder anderen Nutzungssignalen im Umfeld eines Displays.

Je nach eingesetzter Technologie können dafür Sensoren, Kameras, WLAN-Signale oder Daten aus angebundenen Systemen verwendet werden. Datenschutz, Zweckbindung, Datensparsamkeit und eine rechtliche Prüfung sollten bereits während der Projektplanung berücksichtigt werden.

Auflösung

Die Auflösung beschreibt die Anzahl der horizontal und vertikal dargestellten Pixel eines Displays oder Inhalts. Beispiele sind Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln und UHD mit 3.840 × 2.160 Pixeln.

Welche Auflösung sinnvoll ist, hängt von der Displaygrösse, dem Betrachtungsabstand und dem dargestellten Content ab. Bei LED-Walls wird die wahrgenommene Detailgenauigkeit zusätzlich massgeblich durch den Pixel Pitch bestimmt.

B

Bezel

Als Bezel wird der sichtbare Rahmen um ein Display bezeichnet. Bei einer Videowall ergibt sich aus den Rahmen benachbarter Displays eine sichtbare Unterbrechung zwischen den einzelnen Bildflächen.

Schmale Rahmen reduzieren diese Übergänge, beseitigen sie aber nicht vollständig. Für durchgehende, frei skalierbare Bildflächen kann eine LED-Wall die geeignetere Lösung sein.

Bildwiederholrate

Die Bildwiederholrate gibt in Hertz an, wie oft ein Display sein Bild pro Sekunde aktualisiert. Eine Bildwiederholrate von 60 Hz entspricht beispielsweise 60 Aktualisierungen pro Sekunde.

Höhere Werte können bei schnell bewegten Inhalten zu einer ruhigeren Darstellung beitragen. Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch auch von der Bildrate des Contents, der Signalübertragung und der Display-Technologie ab.

Burn-in

Burn-in bezeichnet eine dauerhafte sichtbare Einprägung oder ungleichmässige Alterung einzelner Bildbereiche. Das Risiko besteht insbesondere dann, wenn über lange Zeit unveränderte, kontrastreiche Elemente dargestellt werden.

Burn-in ist von einer vorübergehenden Image Retention zu unterscheiden. Vorbeugende Massnahmen sind wechselnde Inhalte, angepasste Helligkeit, Pixel-Shifting und für den vorgesehenen Dauerbetrieb geeignete Display-Technologien.

C

Cloud-CMS

Ein Cloud-CMS ist ein Content Management System, das vom Anbieter in einer Cloud-Umgebung betrieben und üblicherweise über einen Webbrowser genutzt wird.

Cloud-Lösungen reduzieren den Aufwand für eigene Server und ermöglichen häufig schnelle Updates sowie eine einfache standortübergreifende Verwaltung. Zu prüfen sind unter anderem Datenstandort, Berechtigungen, Verfügbarkeit, Schnittstellen, Kostenmodell und Verhalten bei einem Netzwerkausfall.

Content Management System – CMS

Ein Digital-Signage-CMS ist eine Software zur Erstellung, Planung, Verwaltung und Verteilung digitaler Inhalte auf Displays und Media Player.

Typische Funktionen sind Playlists, Zeitpläne, Vorlagen, Benutzerrechte, Display-Gruppen und Statusüberwachung. Bei der Auswahl sollten Projektgrösse, Hardware-Kompatibilität, IT-Sicherheit, Integrationsbedarf und gewünschtes Betriebsmodell berücksichtigt werden.

Commercial Display

Ein Commercial Display ist ein professioneller Bildschirm, der speziell für den Einsatz in Unternehmen, öffentlichen Bereichen und Digital-Signage-Installationen entwickelt wurde.

Je nach Modell unterstützen professionelle Displays lange Betriebszeiten wie 16/7 oder 24/7, höhere Helligkeiten, Fernsteuerung, zentrale Verwaltung und längere Produktverfügbarkeiten. Ein Consumer-TV ist deshalb nicht automatisch für einen professionellen Dauerbetrieb geeignet.

Content Loop

Ein Content Loop ist eine wiederkehrende Abfolge von Videos, Bildern, Animationen oder anderen Inhalten, die kontinuierlich auf einem Display abgespielt wird.

Die Gesamtlänge des Loops sollte zur typischen Aufenthaltsdauer der Zielgruppe passen. Zu lange oder unveränderte Schleifen können dazu führen, dass wichtige Botschaften nicht wahrgenommen werden.

Content Zone

Eine Content Zone ist ein definierter Bereich innerhalb eines Bildschirm-Layouts, in dem ein eigener Inhalt ausgespielt wird.

So können beispielsweise ein Hauptvideo, aktuelle Angebote, Nachrichten und eine Laufschrift gleichzeitig dargestellt werden. Zu viele Zonen können jedoch die Lesbarkeit verschlechtern und die Aufmerksamkeit der Betrachter zerstreuen.

Computer Vision

Computer Vision bezeichnet Technologien, mit denen Computersysteme Bild- oder Videodaten automatisiert analysieren.

Im Digital-Signage-Umfeld kann Computer Vision beispielsweise für anonyme Frequenzmessungen, situationsabhängige Inhalte oder interaktive Anwendungen eingesetzt werden. Sobald Personen oder personenbezogene Merkmale erfasst werden könnten, sind Datenschutz und rechtliche Zulässigkeit besonders sorgfältig zu prüfen.

D

Dayparting

Dayparting bezeichnet die zeitabhängige Ausspielung unterschiedlicher Inhalte innerhalb eines Tages oder einer Woche.

Ein Restaurant kann morgens Frühstücksangebote, mittags Menüs und abends andere Aktionen anzeigen. Dayparting verbessert die Relevanz der Inhalte und reduziert manuelle Änderungen.

Device Heartbeat

Ein Device Heartbeat ist eine regelmässig übermittelte Statusmeldung eines Media Players, Displays oder anderen Endgeräts an ein zentrales Managementsystem.

Bleibt diese Meldung aus, kann das System einen möglichen Geräte-, Strom- oder Netzwerkfehler erkennen. Ein Heartbeat zeigt jedoch nicht in jedem Fall, ob der sichtbare Inhalt tatsächlich korrekt dargestellt wird.

Digital Menu Board

Ein Digital Menu Board ist eine digitale Menü- oder Preistafel, die insbesondere in Restaurants, Kantinen, Bäckereien und im Quick-Service-Bereich eingesetzt wird.

Preise, Produktbilder und Verfügbarkeiten können zentral aktualisiert und zeitabhängig ausgespielt werden. Durch eine Anbindung an Warenwirtschafts- oder Kassensysteme lassen sich Änderungen teilweise automatisieren.

Digital Signage

Digital Signage bezeichnet die zentral gesteuerte Darstellung digitaler Inhalte auf elektronischen Anzeigeflächen.

Eine professionelle Digital-Signage-Lösung besteht nicht nur aus einem Display. Zum Gesamtsystem gehören typischerweise Displays, Media Player oder SoC-Hardware, Content-Management-Software, Netzwerkverbindungen, Inhalte, Monitoring und ein Betriebskonzept.

Digital Signage wird unter anderem im Einzelhandel, in Unternehmen, in Bildungseinrichtungen, im Verkehr, in der Gastronomie und in öffentlichen Gebäuden eingesetzt.

Digital Out of Home – DOOH

Digital Out of Home, kurz DOOH, bezeichnet digitale Werbemedien, die ausserhalb des privaten Wohnumfelds ausgespielt werden.

Dazu gehören beispielsweise digitale Werbeflächen in Bahnhöfen, Einkaufszentren, Flughäfen, Innenstädten oder Geschäften. Im Unterschied zu unternehmenseigenen Informationssystemen steht bei DOOH in der Regel die bezahlte Medienausspielung an ein öffentliches oder halböffentliches Publikum im Vordergrund.

Dwell Time

Die Dwell Time beschreibt die Zeit, die sich eine Person im sichtbaren oder messbaren Umfeld eines Displays beziehungsweise einer Werbefläche aufhält.

Eine längere Aufenthaltsdauer kann die Chance erhöhen, dass Inhalte wahrgenommen werden. Sie ist jedoch nicht automatisch ein Nachweis dafür, dass eine Person das Display tatsächlich angesehen oder eine Botschaft verstanden hat.

E

E-Paper Signage

E-Paper Signage nutzt elektronische Papierdisplays, deren Darstellung auch ohne permanente Stromversorgung erhalten bleiben kann. Energie wird hauptsächlich beim Wechsel des dargestellten Inhalts benötigt.

Die Technologie eignet sich besonders für Informationen, die sich nicht sekündlich ändern, beispielsweise Raumbelegungen, Preisschilder oder Wegweiser. Einschränkungen können je nach Modell bei Farbdarstellung, Video, Aktualisierungsgeschwindigkeit und Helligkeit bestehen.

Emergency Messaging

Emergency Messaging bezeichnet die priorisierte Ausspielung sicherheitsrelevanter Informationen über ein Digital-Signage-Netzwerk.

Im Ereignisfall können reguläre Inhalte durch Warnungen, Verhaltenshinweise oder Evakuierungsinformationen überschrieben werden. Zuständigkeiten, Freigaben, technische Redundanzen und regelmässige Funktionstests müssen eindeutig definiert sein.

F

Failover

Failover bezeichnet den automatischen Wechsel auf ein Ersatzsystem, einen alternativen Inhalt oder eine redundante Verbindung, wenn eine primäre Komponente ausfällt.

Mögliche Failover-Szenarien sind lokal gespeicherte Ersatzinhalte, ein zweiter Media Player oder eine alternative Netzwerkverbindung. Eine vorhandene Sicherung allein ist noch kein Failover – entscheidend ist, ob der Wechsel zuverlässig und möglichst automatisch erfolgt.

H

Helligkeit und Nits

Die Helligkeit eines Displays wird üblicherweise in Candela pro Quadratmeter angegeben. Im Markt wird dafür häufig die Bezeichnung Nit verwendet.

Die notwendige Helligkeit hängt stark von der Umgebung ab. Ein Display in einem kontrolliert beleuchteten Innenraum benötigt weniger Leuchtdichte als eine Installation im Schaufenster oder im Aussenbereich. Mehr Helligkeit bedeutet zugleich häufig einen höheren Energieverbrauch und eine stärkere Wärmeentwicklung.

I

Image Retention

Image Retention bezeichnet ein vorübergehend sichtbares Nachbild, das nach längerem Anzeigen statischer Inhalte bestehen bleiben kann.

Im Gegensatz zu Burn-in ist Image Retention in vielen Fällen nicht dauerhaft. Wechselnde Inhalte, Bildschirmschoner und geeignete Betriebsparameter können das Risiko reduzieren.

IP-Schutzart

Die IP-Schutzart beschreibt, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern, Staub und Wasser geschützt ist.

Die erste Kennziffer bezieht sich auf feste Fremdkörper und Berührung, die zweite auf Wasser. Die IP-Schutzart sagt nichts über die Stossfestigkeit aus; dafür wird die separate IK-Klassifizierung verwendet.

Für den Outdoor-Bereich (DOOH) ist hier die Kennziffer IP65 (staubdicht, schutz gegen Strahlwasser) oder IP56 der gängige Branchenstandard.

K

Kiosk

Ein digitaler Kiosk ist ein frei stehendes oder fest installiertes Selbstbedienungs- und Informationssystem mit Display. Viele Kiosksysteme verfügen über Touch-Funktionen und zusätzliche Komponenten wie Scanner, Drucker, Kartenleser oder Kameras.

Bei der Planung sind neben der Software auch Bedienhöhe, Barrierefreiheit, Datenschutz, Vandalismusschutz, Wartungszugang und sichere Befestigung zu berücksichtigen.

Kontrastverhältnis

Das Kontrastverhältnis beschreibt den Unterschied zwischen dem hellsten darstellbaren Weiss und dem dunkelsten darstellbaren Schwarz eines Displays.

Ein hoher Kontrast kann die Lesbarkeit und Bildwirkung verbessern. Herstellerangaben sind jedoch nur eingeschränkt vergleichbar, da Messverfahren, Umgebungslicht und Funktionen wie Local Dimming das Ergebnis beeinflussen.

L

Large Format Display – LFD

Ein Large Format Display ist ein grossformatiges, professionelles Display für den Einsatz in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Verkaufsflächen oder Kontrollräumen.

LFDs unterscheiden sich von Consumer-Fernsehern häufig durch längere Betriebszeiten, erweiterte Steuerungsmöglichkeiten, professionellen Support und eine bessere Eignung für Hoch- oder Querformatinstallationen.

LED-Wall

LED-Walls können nahezu ohne sichtbare Rahmen in unterschiedlichen Grössen und Formaten aufgebaut werden. Wichtige Auswahlkriterien sind Pixel Pitch, Betrachtungsabstand, Helligkeit, Wartungszugang, Kalibrierung, Tragstruktur und vorgesehener Einsatzbereich.

M

Media Player

Ein Media Player ist die Recheneinheit, die digitale Inhalte empfängt, speichert, verarbeitet und auf einem Display wiedergibt.

Media Player können als externe Geräte, als OPS-Module oder als integrierte SoC-Lösung ausgeführt sein. Die benötigte Leistung hängt unter anderem von Auflösung, Videoformaten, Interaktivität, Anzahl der Displays und angebundenen Datenquellen ab.

Mobile Device Management – MDM

Mobile Device Management ist eine Plattform zur zentralen Verwaltung von Geräten, Betriebssystemen, Anwendungen und Sicherheitsrichtlinien.

Im Digital-Signage-Betrieb kann ein MDM beispielsweise Apps verteilen, Geräte konfigurieren, Updates steuern oder einen Kioskmodus durchsetzen. Ein MDM ersetzt nicht automatisch ein Digital-Signage-CMS, da Content-Planung und Medienausspielung andere Aufgaben sind.

Monitoring

Monitoring bezeichnet die zentrale Überwachung des technischen Zustands eines Digital-Signage-Netzwerks.

Überwacht werden können beispielsweise Erreichbarkeit, Player-Status, Speicherkapazität, Temperatur, Softwareversionen oder Display-Betriebszustände. Ein gutes Monitoring meldet nicht nur Fehler, sondern unterstützt auch deren Priorisierung und Behebung.

N

Netzwerkbandbreite

Die Netzwerkbandbreite beschreibt die Datenmenge, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums über eine Verbindung übertragen werden kann.

Für Digital Signage hängt der Bedarf von Dateigrössen, Videoauflösung, Anzahl der Endgeräte und Aktualisierungshäufigkeit ab. Lokales Caching und zeitversetzte Downloads können Lastspitzen reduzieren und den Betrieb stabilisieren.

O

Offline Playback

Offline Playback ermöglicht die Wiedergabe von Inhalten, obwohl vorübergehend keine Verbindung zum CMS oder Internet besteht.

Dafür werden freigegebene Inhalte und Zeitpläne lokal auf dem Media Player gespeichert. Das System sollte klar definieren, wie lange Inhalte offline gültig bleiben und wie Aktualisierungen nach Wiederherstellung der Verbindung erfolgen.

On-Premises

On-Premises bezeichnet ein Betriebsmodell, bei dem Software und Daten auf einer eigenen oder selbst kontrollierten Infrastruktur betrieben werden.

Das kann zusätzliche Kontrolle über Daten, Schnittstellen und Sicherheitsrichtlinien ermöglichen. Gleichzeitig trägt der Betreiber mehr Verantwortung für Server, Updates, Backups, Verfügbarkeit und IT-Sicherheit.

Open Pluggable Specification – OPS

OPS ist eine von Intel entwickelte Spezifikation für einschiebbare Computer-Module, die direkt in dafür vorbereitete Displays eingesetzt werden.

OPS-Module reduzieren externe Kabel und ermöglichen einen modularen Austausch der Recheneinheit. Vor dem Einsatz müssen mechanische, elektrische und thermische Kompatibilität sowie die Leistungsanforderungen der Anwendung geprüft werden.

P

Pixel Pitch

Der Pixel Pitch beschreibt den Abstand zwischen den Mittelpunkten benachbarter LED-Pixel und wird üblicherweise in Millimetern angegeben.

Ein kleinerer Pixel Pitch ermöglicht bei vergleichbarer Fläche eine höhere Pixeldichte und einen geringeren Betrachtungsabstand. Er erhöht jedoch häufig Kosten, Leistungsaufnahme und Anforderungen an Verarbeitung und Ansteuerung.

Als Faustformel gilt: Pixel Pitch in Millimetern = Mindestbetrachtungsabstand in Metern (z. B. 2 mm Pitch ≈ 2 Meter Abstand).

Playlist

Eine Playlist ist eine geordnete Zusammenstellung von Bildern, Videos, Webseiten oder anderen Inhalten, die auf einem oder mehreren Displays abgespielt wird.

Playlists können mit Zeitplänen, Prioritäten, Zielgruppen oder Standorten kombiniert werden. Für einen verlässlichen Betrieb sollten auch Laufzeit, Dateiformate und Ablauf bei fehlenden Inhalten definiert sein.

Point of Interest – POI

Ein Point of Interest ist ein Ort, an dem Besucher Informationen, Orientierung oder einen bestimmten Service erwarten.

Digital Signage am POI kann beispielsweise an Eingängen, Ausstellungsflächen, Haltestellen oder Servicepunkten eingesetzt werden. Der Inhalt sollte auf den konkreten Informationsbedarf an diesem Ort abgestimmt sein.

Point of Sale – POS

Der Point of Sale ist der Ort, an dem ein Produkt oder eine Dienstleistung angeboten beziehungsweise verkauft wird.

Digital Signage am POS kann Preise, Produktvorteile, Aktionen oder ergänzende Angebote präsentieren. Eine Verbindung zu Warenwirtschaft oder Kassensystem kann helfen, Informationen aktuell und konsistent zu halten.

Programmatic DOOH

Programmatic DOOH bezeichnet den automatisierten Einkauf und die datenbasierte Ausspielung digitaler Aussenwerbung über technische Plattformen.

Kampagnen können abhängig von Zeit, Standort, Zielgruppensignalen, Wetter oder anderen definierten Bedingungen aktiviert werden. Wichtig sind einheitliche Messgrössen, kontrollierte Datenqualität, Markensicherheit und nachvollziehbare Ausspielungsnachweise.

Proof of Play

Proof of Play ist ein technischer Nachweis darüber, dass ein bestimmter Inhalt zu einer bestimmten Zeit auf einem vorgesehenen System abgespielt wurde.

Als Grundlage dienen meist Wiedergabeprotokolle des Players oder CMS. Proof of Play belegt die technische Ausspielung, aber nicht automatisch, dass eine Person den Inhalt gesehen oder darauf reagiert hat.

R

Remote Device Management

Remote Device Management bezeichnet die Fernverwaltung technischer Endgeräte innerhalb eines Digital-Signage-Netzwerks.

Administratoren können Geräte beispielsweise neu starten, Konfigurationen ändern, Software aktualisieren oder Diagnosedaten abrufen. Dadurch lassen sich Vor-Ort-Einsätze und Betriebskosten reduzieren.

Rollen und Rechte

Ein Rollen- und Rechtesystem legt fest, welche Benutzer auf welche Funktionen, Inhalte, Standorte oder Geräte zugreifen dürfen.

Anstatt jede Berechtigung einzeln zu vergeben, werden Rechte typischerweise Rollen wie Administrator, Redakteur oder lokaler Benutzer zugeordnet. Besonders bei mehreren Kunden, Ländern oder Standorten sollte das Berechtigungskonzept frühzeitig geplant werden.

S

Scheduler

Ein Scheduler ist die Zeitplanungsfunktion eines Digital-Signage-CMS.

Er bestimmt, welche Inhalte an welchen Tagen, zu welchen Uhrzeiten und auf welchen Displays ausgespielt werden. Erweiterte Systeme können zusätzlich Regeln, Prioritäten, Gültigkeitszeiträume und externe Auslöser berücksichtigen.

Screen Group

Eine Screen Group ist eine logische Gruppe mehrerer Displays oder Media Player innerhalb eines CMS.

Displays können beispielsweise nach Filiale, Region, Sprache, Anwendung oder Kundengruppe zusammengefasst werden. Inhalte und Einstellungen lassen sich dadurch effizient an viele Endgeräte gleichzeitig verteilen.

Service Level Agreement – SLA

Ein Service Level Agreement ist eine Vereinbarung über messbare Leistungen und Reaktionszeiten zwischen Auftraggeber und Dienstleister.

Ein SLA kann beispielsweise Verfügbarkeit, Supportzeiten, Reaktionsfristen, Wiederherstellungszeiten oder Wartungsfenster definieren. Die Messmethode und mögliche Ausnahmen sollten eindeutig festgelegt werden.

System-on-Chip – SoC

Ein System-on-Chip ist eine in das Display integrierte Rechenplattform, die Digital-Signage-Inhalte ohne separaten externen Media Player wiedergeben kann.

SoC-Lösungen reduzieren Gerätezahl, Kabel und Installationsaufwand. Vor der Entscheidung sollten Leistungsfähigkeit, unterstützte Formate, CMS-Kompatibilität, Update-Versorgung und erwartete Nutzungsdauer geprüft werden.

Single Sign-on – SSO

Single Sign-on ermöglicht es Benutzern, sich mit einer zentralen Unternehmensidentität an mehreren Anwendungen anzumelden.

Ein Digital-Signage-CMS kann dafür beispielsweise an einen vorhandenen Identity Provider angebunden werden. SSO vereinfacht das Benutzer-Management, ersetzt aber nicht die Definition von Rollen und Berechtigungen innerhalb des CMS.

Stele

Eine digitale Stele ist ein frei stehendes Gehäuse mit integriertem Display.

Stelen werden als Informationssysteme, Werbeträger, Wegweiser oder interaktive Kiosks eingesetzt. Zu berücksichtigen sind Standfestigkeit, Kühlung, Wartungszugang, Kabelzuführung, Barrierefreiheit und Schutz vor unbeabsichtigter Beschädigung.

T

Template

Ein Template ist eine vordefinierte Gestaltungsvorlage für Digital-Signage-Inhalte.

Templates legen beispielsweise Positionen für Bilder, Texte, Preise oder Logos fest. Sie beschleunigen die Content-Erstellung und helfen, Designvorgaben über mehrere Standorte hinweg einzuhalten.

Total Cost of Ownership – TCO

Die Total Cost of Ownership umfasst sämtliche Kosten, die während der geplanten Nutzungsdauer einer Digital-Signage-Lösung entstehen.

Dazu gehören neben dem Anschaffungspreis unter anderem Installation, Lizenzen, Energieverbrauch, Wartung, Support, Netzwerkkosten, Vor-Ort-Einsätze, Ausfallzeiten und spätere Ersatzbeschaffungen. Ein günstiger Einzelpreis bedeutet deshalb nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten.

Touch Display

Ein Touch Display ist ein berührungsempfindlicher Bildschirm, über den Benutzer direkt mit Anwendungen und Inhalten interagieren können.

Touch Displays werden unter anderem für Kiosks, Produktberater, Raumsteuerungen und Wayfinding eingesetzt. Neben der Touch-Technologie sind Software, Reaktionszeit, Bedienhöhe, Barrierefreiheit, Reinigung und Schutz vor Fehlbedienung relevant.

U

Uptime

Uptime bezeichnet den Anteil eines definierten Zeitraums, in dem ein System ordnungsgemäss verfügbar und betriebsbereit ist.

Für eine aussagekräftige Bewertung muss festgelegt werden, ob sich die Messung auf das CMS, den Player, das Display, die Netzwerkverbindung oder das Gesamtsystem bezieht. Geplante Wartungsfenster werden je nach SLA unterschiedlich behandelt.

In der Praxis wird bei SLAs häufig zwischen der „System-Uptime“ (Software/Server läuft) und der „Sichtbaren Uptime“ (Inhalt ist für den Kunden tatsächlich auf dem Screen zu sehen) unterschieden.

V

VESA

VESA bezeichnet im Zusammenhang mit Display-Montagen meist standardisierte Lochbilder auf der Rückseite eines Displays.

Die Angabe erfolgt über den horizontalen und vertikalen Abstand der Befestigungspunkte, beispielsweise VESA 400 × 400. Neben dem passenden Lochbild müssen Tragfähigkeit, Schrauben, Einbautiefe, Ausrichtung und Wartungszugang berücksichtigt werden.

Videowall

Eine Videowall ist eine zusammenhängende Anzeigefläche aus mehreren einzelnen Displays.

Die Displays werden so angesteuert, dass sie gemeinsam ein grosses Bild oder mehrere Inhalte darstellen. Im Unterschied zu einer LED-Wall bleiben zwischen den Displays in der Regel sichtbare Rahmen beziehungsweise Übergänge bestehen.

W

Wayfinding

Digital Wayfinding bezeichnet digitale Lösungen zur Orientierung und Wegführung in Gebäuden oder auf grösseren Arealen.

Typische Anwendungen sind interaktive Lagepläne, Raumverzeichnisse und Routen zu Abteilungen, Gates oder Veranstaltungsräumen. Gute Wayfinding-Systeme berücksichtigen den aktuellen Standort, verständliche Sprache, Barrierefreiheit und Änderungen in Echtzeit.

Häufige Fragen zu Digital Signage

Was gehört zu einem vollständigen Digital-Signage-System?

Ein vollständiges Digital-Signage-System besteht typischerweise aus professionellen Displays, Media Playern oder SoC-Hardware, einem CMS, Netzwerkverbindungen und den auszuspielenden Inhalten. Für den langfristigen Betrieb kommen Monitoring, Benutzerverwaltung, Sicherheitskonzept, Support und Wartung hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen Digital Signage und DOOH?

Digital Signage ist der übergeordnete Begriff für zentral gesteuerte digitale Anzeigesysteme. DOOH bezeichnet speziell digitale Aussenwerbung beziehungsweise bezahlte digitale Medienflächen ausserhalb des privaten Wohnumfelds.

Ein Informationsdisplay im eigenen Unternehmen ist Digital Signage, aber nicht zwingend DOOH. Eine digital vermarktete Werbefläche in einem Bahnhof kann beides sein.

Ist ein SoC-Display oder ein externer Media Player besser?

Ein SoC-Display eignet sich häufig für standardisierte Anwendungen, bei denen geringer Installationsaufwand und wenige zusätzliche Geräte wichtig sind. Ein externer Media Player bietet meist mehr Flexibilität, Rechenleistung, Anschlussmöglichkeiten und Austauschbarkeit.

Die richtige Wahl hängt von Content, CMS, Sicherheitsanforderungen, Interaktivität, Rollout-Grösse und geplanter Nutzungsdauer ab.

Was ist der Unterschied zwischen einer LED-Wall und einer Videowall?

Eine LED-Wall besteht aus modularen, direkt leuchtenden LED-Elementen und kann nahezu ohne sichtbare Rahmen aufgebaut werden. Eine Videowall besteht aus mehreren einzelnen Displays, zwischen denen trotz schmaler Rahmen sichtbare Übergänge bleiben können.

LED-Walls sind besonders flexibel bei Grösse und Format. Videowalls können bei kleineren oder standardisierten Installationen wirtschaftlich und mit hoher Pixeldichte realisiert werden.

Cloud-CMS oder On-Premises: Welches Betriebsmodell ist geeigneter?

Ein Cloud-CMS reduziert häufig den Aufwand für eigene Server und erleichtert Updates sowie standortübergreifende Verwaltung. Eine On-Premises-Lösung bietet mehr direkte Kontrolle über Infrastruktur, Daten und individuelle Integrationen.

Entscheidend sind IT-Strategie, Compliance, Datenstandort, Integrationsbedarf, interne Ressourcen, Verfügbarkeitsanforderungen und Gesamtkosten.

Warum reicht ein Consumer-TV für Digital Signage häufig nicht aus?

Consumer-TVs sind primär für die private Nutzung ausgelegt. Professionelle Displays unterstützen je nach Modell längere Betriebszeiten, höhere Helligkeiten, Hochformatbetrieb, Fernsteuerung, zentrale Verwaltung und professionellen Support.

Die Display-Auswahl sollte immer anhand des konkreten Einsatzortes, der täglichen Betriebsdauer und der betrieblichen Anforderungen erfolgen.

Digital-Signage-Projekte professionell planen

Die Auswahl einzelner Produkte ist nur ein Teil eines erfolgreichen Digital-Signage-Projekts. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel aus Display, Media Player, CMS, Netzwerk, Halterung, Content und Betriebsmodell.

Littlebit unterstützt Reseller und Systemintegratoren bei der Lösungsdefinition, Produktauswahl, Systemarchitektur und Umsetzung skalierbarer Digital-Signage-Projekte.

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